Montag, 29. Juli 2013

Buchtipp - Haustürgeschichten zwischen Wustrow und Zingst


Türen fand ich schon immer faszinierend. Schon bevor wir das erste Mal dort waren, hatte ich in einem Reiseführer von den wunderschönen Türen auf dem Fischland und dem Darß gelesen und deshalb vorgehabt, mir die irgendwann auf unserem Ostsee-Trip „mal kurz“ anzusehen. Aus dem „mal kurz aufs Fischland“ ist dann ja aus vielen Gründen viel mehr geworden, aber die Türen waren so ziemlich das Erste, über das ich im Zusammenhang mit dem Fischland las.

Logisch, dass mir, einmal angekommen, nicht nur die Türen selbst sofort ins Auge und vor mein Kameraobjektiv fielen, sondern auch das Buch, das ich heute vorstellen möchte. „Haustürgeschichten zwischen Wustrow und Zingst“ von Susanne Menning und Dorit Gätjen lässt keine Wünsche offen, was tolle Bilder der Türen und Häuser auf der gesamten Halbinsel betrifft. Außerdem erfährt man auch etwas über die Geschichte der Häuser, natürlich über deren Türen – und über die Bewohner.

Die Autorinnen beginnen mit Wustrow und berichten als Erstes über die Tür des Hauses in der Neuen Straße Nr. 1, die auf den ersten Blick ganz unscheinbar aussieht, weil sie – ebenfalls nur auf den ersten Blick – völlig ohne Farbe ist. Aber sie ist dafür liebevoll mit wunderschönen Ornamenten verziert.

Tür in der Neuen Straße Nr. 1 in Wustrow

Von Wustrow wanderen die Autorinnen weiter nach Niehagen, Althagen und schließlich nach Ahrenshoop, wo natürlich das Haus von Käthe Miethe, der weithin bekannten Heimatschriftstellerin des Fischlandes (u. a. „Das Fischland“, „Auf großer Fahrt“), nicht fehlen darf – sowie einige Anekdoten, die von ihr überliefert sind.

Born ist die nächste Station, wir lesen z. B. von Flüchtlingen, die nach dem Krieg in das kleine Dorf kam, dort heimisch wurden und noch heute in einem Haus in der Nordstraße leben, das schon im Jahr 1780 gebaut wurde. In Wieck wurde eine Tür entdeckt, die denen auf dem Fischland sehr ähnlich ist, obwohl Wieck schon auf dem Darß liegt. Und in Prerow – ja, in Prerow wurde einst die „bunte Tür“ quasi erfunden, und zwar vom Maler Theodor Schultze-Jasmer. Wie und warum, verrate ich hier nicht, ist aber natürlich im Buch nachzulesen. ;-)

Tür in der Neuen Straße Nr. 39 in Wustrow

In Zingst schließlich ragt eine besonders vornehme Tür heraus – sie ist ganz in Weiß gestrichen und führt direkt hinein ins Heimatmuseum, einem alten Kapitänshaus, das noch immer „Haus Morgensonne“ heißt, wie es einer der Vorbesitzer genannt hat.

Wer Türen mag und sich für die Geschichten hinter diesen Türen interessiert, für den ist dieses kleine Buch genau die richtige Lektüre, nicht nur zum Lesen, auch zum Gucken, denn viele der farbenfrohen Türen sind ganzseitig abgebildet. 






Haustürgeschichten zwischen Wustrow und Zingst
Susanne Menning (Text)
Dorit Gätjen (Fotos)
Hinstorff Verlag 2001/2013, 120 Seiten
ISBN: 978-3356015690










PS: Die Tür-Fotos in diesem Post stammen nicht aus dem Buch, sondern von mir. ;-)

Kommentare:

  1. Ich war auch gleich ganz fasziniert von diesen kunstvollen Türen und hoffe, dass diese Tradition noch lange bewahrt wird! Die einzelnen Symbole haben auch eine Bedeutung, nicht wahr?! Ich mag sowas... Toll, dass Du darüber postest und das Buch vorgestellt hast!

    Liebe Grüße
    Jutta

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    1. Hallo Jutta,

      ja, die Sonne soll zum Beispiel wohl u. a. die glückliche Rückkehr von Seeleuten symbolisieren - und gerade die Sonne sieht man sehr häufig auf den Türen. :-)

      Liebe Grüße
      Corinna

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  2. Hach, noch ein Buch, was ich unbedingt haben muss :))
    Danke für's Vorstellen :)

    Liebe Grüße
    Sigi

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    1. Lohnt sich auf jeden Fall! :-)

      Liebe Grüße
      Corinna

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  3. Moin Corinna,
    dein Faible für Türen teile ich - allgemein und im Besonderen für diese bunten Türen. Das Buch klingt nach einem anregenden Schatz für Autoren!Muss ich mir merken, for all falls ;).

    LG vom Nordlicht

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    1. Na, denn - for all falls! ;-) Fischland-Bücher sind übrigens IMMER anregend für Autoren! ;-))

      LG
      Corinna

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    2. Du meinst, sie sind auch nützlich, wenn mal was über die Schweiz schreiben will??
      LG

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    3. Klar - ich seh schon den Titel: "Ein Fischländer in der Schweiz". ;-))

      LG
      Corinna

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    4. nee, Ein Schweizer geht durch die richtige Fischland-Tür.

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    5. Zu lang. Viiiel zu lang. So lang dürfen nur Hochlit-Titel sein. ;-)

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    6. Man sollte die Antworten auch immer lesen :D
      Hätte noch einen Vorschlag:
      Schweizer bohrt Loch in Fischland-Haustür!
      Untertitel: den Käse zum Bohren hatte er bereits gegessen :)))

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  4. Liebe Corinna,
    so wunderschöne geschichtsträchtige Türen, da gerät man schon ins Schwelgen! Danke für den Buchtipp! Aufgemalte Ziegelsteine habe ich noch nie gesehen, oder aber, wie mir jetzt bei Deinem Post aufgeht, vielleicht glatt übersehen.
    Eine tolle Buchidee, das es ja wohl auch die Geschichten, die hinter diesen Tüten stecken, erzählt.
    Einen guten Start in die Woche wünscht Dir Siret

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    1. Liebe Siret,

      eigentlich gucke ich mir schon alles auf dem Fischland ziemlich genau an. Meine einzige "Entschuldigung" dafür, dass ich die aufgemalten Ziegelsteine übersehen habe, ist, dass das Haus und die Tür sooo schön sind, dass ich davon abgelenkt wurde. ;-))
      Und ja, das Buch erzählt tatsächich viele Geschichten hinter den Türen!

      Dir auch eine schöne Woche und liebe Grüße
      Corinna

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  5. Ihr Lieben,

    hierzu habe ich einen wertvollen Hinweis von Sarah aus Wustrow bekommen, den ich blöderweise versehentlich aus den Kommentaren gelöscht habe. Im Mail-Verkehr hab ich ihn aber noch, deshalb kopiere ich Sarahs Mail hier ein:


    "Hi ich muss dir leider wiedersprechen, dass die Steine zwischen dem Fachwerkt in dem Haus der Neuen Straße 1 aufgemalt sind. Denn ich wohne in dem Haus.
    LG Sarah"


    Und hier meine Antwort darauf:


    Hallo Sarah,
    au weia, da hab ich mich dann doch nicht von meinen eigenen Augen, sondern vom Buch täuschen lassen... Ich hatte die aufgemalten Steine (was laut Buch nur wenige sein sollen) gar nicht bemerkt, den Autorinnen des Buches aber trotzdem geglaubt. Sicher auch aus dem Grund, weil ich tatsächlich schon mal reingefallen bin in meiner eigenen Geburtsstadt Hameln, dort sind nämlich die Backsteine des alten Heimatmuseums tatsächlich aufgemalt - sogar über die gesamte Fassade hinweg.
    Auf jeden Fall entschuldige ich mich sehr für den Irrtum, den ich natürlich sofort korrigieren werde!
    Liebe Grüße nach Wustrow und herzlichen Dank für den Hinweis
    Corinna

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